Das städtebauliche Konzept

Die insgesamt 150 Hektar Potenzialflächen von Freiheit Emscher sind idealer Impulsgeber für zukunftsweisende Gewerbequartiere mit wissens- und technologieorientierten Unternehmen sowie Start-ups, vernetzt mit Bildungseinrichtungen und der traditionellen Industrie vor Ort. Die Digitalisierung spielt dabei eine wesentliche Rolle. Im Sinne der „Produktiven Stadt“ ermöglicht sie ein verträgliches Nebeneinander von Arbeiten, Wohnen und Freizeit. Fünf Module schaffen ein neues Raumbild als flexibler und innovationsoffener Entwicklungsrahmen.

1. Impulsgeber mit Strahlkraft: Freiheit Emscher Zentral
Freiheit Emscher Zentral ist mit allen fünf Potenzialflächen der zentrale Impulsgeber für die Entwicklung des gesamten Planungsraums (s. Karte). Eine besondere Rolle spielt dabei wiederum der sogenannte Nukleus, bestehend aus den Flächen Sturmshof auf Bottroper Seite des Rhein-Herne-Kanals und dem Hafen Coelln-Neuessen auf Essener Gebiet. Bis 2030 entsteht dort auf der erweiterten Emscherinsel eine völlig neue Standortqualität: ein Identitätskern und Leuchtturm für das gesamte Gebiet, der sich zugleich harmonisch in den Emscher Landschaftspark einfügt. Als Herz von Freiheit Emscher verbinden sich hier wissensbasierte Gewerbequartiere mit Besucherattraktionen einer belebten Kanalpromenade.

2. Achse der Produktiven Stadt: der Westgürtel
Der Westgürtel erstreckt sich vom Wohngebiet Ebel auf der Emscherinsel im Norden bis zum Entree der Essener Innenstadt im Süden. Gemischte Nutzungen dominieren hier: Potenziell attraktive Lagen am Kanal stehen inhomogen gewachsenen Gewerbe- und Wohnstrukturen im Süden entgegen. Das Gebiet ist langfristig prädestiniert für einen qualifizierten
urbanen Mix von Wohnen und Arbeiten und spielt somit eine entscheidende Rolle für eine neue Nord-Süd-Urbanisierung. Das Struktur- und Nutzungskonzept sieht eine Fortführung der Alten Bottroper Straße bis zum Kanal / Hafen König Wilhelm vor, als neues Rückgrat des Quartiers. Untergenutzte Räume werden schrittweise aufgewertet und vitalisiert.

3. Integration von Infrastruktur und Landschaft: der Ostgürtel
Der Ostgürtel ist geprägt von der räumlichen Zäsur der A52 bzw. B224 zu Freiheit Emscher Zentral in der Mitte des Gebietes. Ziel ist die Einbettung der verkehrlichen Infrastruktur in ein landschaftliches Konzept, das die Wirkung der Autobahn für Radfahrer und Anwohner verträglich macht.

4. Zwischen Bewahren und Erneuern: Industrielles Herz und Häfen
Das Struktur- und Nutzungskonzept sichert den industriellen Kern der Freiheit Emscher am Stadthafen Essen. Die Ansiedlung von hafennahen Dienstleistungen, Büros und höherwertigen Angeboten an markanten Punkten (Lagen am Kanal oder an der Emscherbruchallee) erneuert das Quartier aber auch, wertet es auf und führt zu einer besseren Nutzung
der Standortqualitäten.

5. Aufwertung durch Neuordnung: Wohnen und Gewerbe Bottrop
Die gewachsenen Gewerbegebiete Knippenburg und Kruppwald liegen in starker räumlicher Nähe zum Wohngebiet Welheimer Mark. Die neue Anbindung an die A 42 minimiert die
heutige Belastung mit Schwerverkehren. Sie erschließt die Gewerbegebiete direkt, während die Anbindung der Bahnhofstraße aufgehoben wird. So ensteht ein innerer Ring mit der Straße „An der Knippenburg“ als einer attraktiven Hauptachse.