21. Dezember 2023 | Rubriken: Pressemitteilung

Freiheit Emscher Entwicklungsgesellschaft etabliert starkes Bündnis für den ReallaborCampus Welheimer WasserMark in Bottrop

Memorandum of Understanding vereint Flächenentwicklung und Wissenschaft – Erster
Schritt im Pilotprojekt zum Thema Wertwasser im Planungsgebiet von Freiheit Emscher

Mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Absichtserklärung (Memorandum of
Understanding, MoU) zur „Entwicklung eines programmatischen und räumlich-funktionalen
Standortkonzeptes für den ReallaborCampus Welheimer WasserMark“ haben sich heute, 20.
Dezember 2023,

  • die Freiheit Emscher Entwicklungsgesellschaft (FEEG),
  • die Städte Bottrop und Essen,
  • die RAG Montan Immobilien,
  • die Emschergenossenschaft (EGLV),
  • das Zentrum für Wasser- und Umweltforschung (ZWU) der Universität Duisburg
    Essen sowie
  • das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT aus
    Oberhausen

auf erste Schritte zur Umgestaltung der ehemaligen Bergbaufläche Welheimer Mark in
Bottrop hin zum ReallaborCampus Welheimer WasserMark (WWM) verständigt. Zukünftig
soll hier zum innovativen Umgang mit der Ressource Wasser geforscht und gearbeitet
werden, unter anderem zum Themenkomplex Abwasser/Trinkwasser/Wertwasser.

 

Nexus Wissenschaft und Wirtschaft

Das Pilotvorhaben WWM ist einer von insgesamt fünf Bausteinen der Strategie „Nexus
Wissenschaft und Wirtschaft“ im interkommunalen Flächenentwicklungsprojekt Freiheit
Emscher zwischen Essen und Bottrop. Grundsätzliches Ziel dieser Strategie: Über die
Schaffung von forschungsgeprägten „Attraktionskernen“ soll die Ansiedlung von
wissenschaftsnahen Industrie- und Gewerbeunternehmen im gesamten Freiheit-EmscherPlanungsgebiet gefördert werden. Dabei geht es vor allem um Synergien: Die Unternehmen
profitieren vom wissenschaftlichen Input, der unmittelbar am Standort generiert wird. Die
Forschung selbst hat unmittelbare Anknüpfungspunkte an die Praxis.

 

MoU: Standortkonzept für die Welheimer Mark in Bottrop in zwei Schritten bis Ende
2025

Im jetzt unterzeichneten MoU kommen die Partner überein, in den kommenden zwei Jahren
ein gemeinsames Standortkonzept für den Bereich der Welheimer Mark nördlich der
Kläranlage Bottrop zu erarbeiten, das sowohl inhaltlich wie räumlich den „Grundstein“ für den
geplanten ReallaborCampus Welheimer WasserMark legt. Gemeinsames Ziel aller
Beteiligten: die Entwicklung einer Keimzelle, in der Zukunftstechnologen aus dem
Themenfeld Wasser erforscht, weiterentwickelt und in Reallaboren unmittelbar vor Ort zur
Marktreife geführt werden. Eine zentrale inhaltliche Vision für den ReallaborCampus: die
Umwandlung von Abwasser in Wertwasser, dessen energetisches Potenzial aus Restwärme
und Klärschlämmen sowie das Ressourcenpotenzial systematisch genutzt wird. Die
gemeinsame Erklärung sieht vor, dass in einem ersten Zwischenschritt bis Juni 2024
realistische Finanzierungs- und Betreibermodelle für die Welheimer Mark erarbeitet werden.
Planungsrechtliche und infrastrukturelle Maßnahmen für die Umsetzung und Machbarkeit
des ReallaborCampus sollen bis Dezember 2025 eingeleitet werden.

 

Zukunftsweisende Forschungsvorhaben zum Thema Wertwasser

Analog zum Anspruch des Nexus, der Forschung und Praxis konsequent miteinander
verbindet, gehören zu den Unterzeichnenden auch zwei renommierte Wissens- und
Forschungseinrichtungen der Region: Das Zentrum für Wasser- und Umweltforschung
(ZWU) der Universität Duisburg Essen, der größte interdisziplinäre
Wasserforschungsstandort in NRW, und das Fraunhofer-Institut UMSICHT planen auf dem
ReallaborCampus künftig gemeinsam mit der Emschergenossenschaft (EGLV) die
Entwicklung und Durchführung gemeinsamer Forschungsaktivitäten. Die EGLV betreibt die
Kläranlage Bottrop, die im vergangenen Jahrzehnt bereits in ein zukunftsweisendes
Abwasserkraftwerk umgebaut wurde. Mögliche gemeinsame Forschungsschwerpunkte
könnten unter anderem Themen wie eine ressourcenorientierte Abwasserwirtschaft,
Digitalisierung und KI in der Umweltüberwachung, urbane Biodiversität sowie urbane
Agrarwirtschaft sein.

„Der ReallaborCampus zahlt mit seinem enormen wissenschaftlichen Anspruch und der
thematischen Ausrichtung auf den Bereich Wertwasser zu 100 Prozent auf die
übergeordnete inhaltliche Programmatik von Freiheit Emscher ein: der Entwicklung der
grünen Industriestadt der Zukunft. Zugleich werden konkrete Entwicklungsimpulse für die
Fläche Welheimer Mark gesetzt, verbunden auch mit einem Imagewandel für bereits
bestehende Strukturen in den Städten Bottrop und Essen, von dem das gesamte Ruhrgebiet
und nicht zuletzt Anrainerinnen und Anrainer vor Ort profitieren werden“, betonte heute
Gernot Pahlen, Geschäftsführer der Freiheit Emscher Entwicklungsgesellschaft (FEEG),
anlässlich der Unterzeichnung der Absichtserklärung auf der Kokerei Zollverein in Essen,
dem Bürositz der FEEG.

 

Hintergrund

Unter der Dachmarke Freiheit Emscher wird in den kommenden Jahren ein Planungsraum
von insgesamt 1.700 Hektar zur grünen Industriestadt der Zukunft entwickelt, verbunden
auch mit der Schaffung moderner, nachhaltiger Arbeitsplätze insbesondere in
wissensbasierten Industrie- und Gewerbeunternehmen. Durch die infrastrukturelle
Erschließung der ehemaligen Bergbauflächen Emil Emscher, Hafen Coelln-Neuessen,
Sturmshof, Welheimer Mark und Prosper II auf Essener und Bottroper Stadtgebiet soll der
Projektraum umfassend städtebaulich, verkehrlich und ökologisch aufgewertet werden.
Eingebunden in die Planungen sind zudem bestehende Wohn- und Gewerbegebiete sowie
wichtige regionale Infrastrukturen und Grünflächen. Seit 2023 ist die Freiheit Emscher
Entwicklungsgesellschaft mbH (FEEG) für die Entwicklung und Vermarktung der ehemaligen
Bergbauflächen zuständig. Das Projekt Freiheit Emscher wird mit Mitteln des Landes
Nordrhein-Westfalen, des Bundes und der EU unterstützt.

 

KONTAKT

Freiheit Emscher Entwicklungsgesellschaft mbH
T +49 201 565774-0
E info@freiheit-emscher.de

 

Foto: v.l.n.r. Volkmar Keuter, Fraunhofer UMSICHT; Prof. Dr.-Ing. André Niemann, Universität Duisburg-Essen, Dr. Eisinger Michael Eisinger; Universität Duisburg-Essen, ZWU; Prof. Dr.-Ing. Manfred Renner, Fraunhofer UMSICHT; Gernot Pahlen, Freiheit Emscher Entwicklungsgesellschaft; Alexa Waldow-Stahm, Stahm Architekten; Prof. Dr. Teichgräber, Emschergenossenschaft; Michael Kalthoff, RAG Montan Immobilien; Klaus Müller, Stadt Bottrop; Martin Harter, Stadt Essen ©FEEG